21 Februar, 2003

Hero



Hero (2002)
R: Yimou Zhang

China ist gegen Ende der „Epoche der kämpfenden Staaten“ (481-221 v.Chr.) in sieben Königreiche zerfallen. Der Herrscher über die nördliche Provinz Qin will die sieben Teile zu einer mächtigen Dynastie unter seiner Führung einigen. Aber er hat erbitterte Gegner, die diesen Vorherrschaftsanspruch durch ein Attentat vereiteln wollen: Broken Sword, Flying Snow und Sky. Auf sie hat der König ein Kopfgeld ausgesetzt. Eines Tages steht ein Namenloser vor seinen Toren, um ihm die Schwerter der drei Gesuchten zu überbringen.
Der Altmeister des chinesischen Kinos Zhang Yimou wollte „einen poetischen Film über Kong Fu“ inszenieren, in dem er „die geistige Ebene des Schwertkampfes“ zeigen möchte. Als Kind habe er viele Bücher über das Thema gelesen und es hätte ihn immer beeindruckt, dass die Helden den Gegner eigentlich mit ihrem Herzen und ihrem Geist besiegten und nicht mit dem Schwert. Die Bilder und Symbole, die Yimou für seine lyrische Version eines Kong-Fu-Filmes verwendet, sind von einer erhabenen Ästhetik, die an pompöse Operninszenierungen erinnern und von Tan Duns Filmmusik getragen werden. Die natürliche Kulisse bilden berühmte chinesische Landschaften. Unterteilt in unterschiedliche Farbskalen, erzählt der Regisseur eine Geschichte über „Passion, Liebe, Wahrheit und Erinnerung“, gleichzeitig aber auch die Wandlung eines totalitären Herrschers, der am Ende zum Helden wird, weil er erkennt, dass er sich um sein Volk kümmern muss, um es zu einen. In China gab es eine Debatte um die Darstellung des Königs, aber auch das westliche Publikum fragt sich, ob Yimou mit seiner Auflösung der Geschichte nicht eine tyrannische Diktatur mystifiziert. Der Regisseur gab zu Protokoll, er habe kein politisches Statement abgeben wollen, Kong-Fu habe jedoch den Frieden zum Anliegen. In heutigen Zeiten ist das wohl Statement genug.