21 Februar, 2003

The Hours



The Hours (2002)
R: Stephen Daldry

„Mrs. Dalloway sagte, sie wolle die Blumen selber kaufen“, schreibt Virginia Woolfe (Nicole Kidman) 1923 in Sussex, einem kleinen Vorort von London, als ersten Satz ihres neuen Buches. Zur gleichen Zeit geht Mrs. Dalloway (Meryl Streep) im New York der Gegenwart in einen Blumenladen, um dort Arrangements für eine Party zu bestellen, die sie zu Ehren ihres an Aids sterbenden Freundes Richard geben will, der einen Schriftstellerpreis für sein Lebenswerk verliehen bekommt. Während sie noch versonnen an einem Strauß Rosen riecht, liest in einer biederen Einfamilienhausgegend im Los Angeles der 50er Jahre, die Hausfrau Laura Brown (Julianne Moore) gerade „Mrs. Dalloway”. Verknüpft werden die drei Frauenschicksale durch den bitteren Faden der Depression und einer Müdigkeit am Leben, der sie auf verschiedenen Wegen zu entrinnen suchen. Stephen Daldry ist mit diesem Film ein wunderschön melancholisches Meisterwerk gelungen, welches vor allem durch die drei Hauptdarstellerinnen – sie erhielten für ihre Performance gemeinsam den „Goldenen Bären“ in Berlin – und der großartigen Filmmusik von Phillip Glass zu einer sehr sehenswerten Odysee durch drei Frauengenerationen wird. Einfach ein Film für alle, die auch manchmal das Gefühl haben, „es sei sehr sehr gefährlich, auch nur einen Tag zu leben“.