11 Mai, 2003

Ganz und Gar



Ganz und Gar (2003)
R: Marco Kreuzpaintner

Das ist der Film zum Sommer. Ein Gefühl kommt auf, als würde man gerade noch mal mit der Schule fertig werden und nun das Leben feiern. Dabei geht es in Marco Kreuzpainters ersten Kinofilm um Größeres. Entscheidungen müssen von seiner „Clique“ getroffen werden, die dann entweder ins Rattanbett inklusive gesicherter Existenz dank eines gutgehenden Bäderstudios oder eben nicht führen. Dicke Eichenschrankwände oder einen Hauch von Freiheit? Was jetzt so ein Bisschen nach deutscher Variante von „Einsam, zweisam, dreisam“ oder „Reality Bites“ klingt, wurde auch mit ähnlicher Grundstimmung inszeniert. Aber das Klischee macht Spaß und sieht verdammt gut aus: Torge (David Rott), der ewige Aufreißer, fällt vom Dach und aus den Wolken, als er dabei ein Stück Bein verliert. Trotzig sein Image verteidigend wettet er mit Micha (Hanno Koffler), dem Anständigen, dass er dessen Exfreundin Lisa (Mira Bartuschek) das abringt, was Micha nie vermochte: ein Ja zur Hochzeit. Doch was als Spiel beginnt, endet wie erwartet. Weiß man also oft schon vorher, wie die Handlung weitergeht, amüsiert man sich trotzdem und murmelt Beifälliges, denn hier sind sympathisch echte Menschen, die in richtigen Wohnungen, ihre kleinstädtischen Leben leben dargestellt. Sie haben die Gedanken im Kopf, die alle bewegen am Absprung in die Welt der „Erwachsenen“. Es geht um echte und falsche Freunde, Liebe, Kinder und den Anfang vom Ende. Fällt der Vorhang verlässt man mit einem zufriedenen Lächeln den Saal. Ist es doch gut daran glauben zu können, dass alles so kommt wie es kommen sollte: die Heiratswilligen finden sich, die anderen auch.