08 Oktober, 2003

Amores Possíveis

Liebe könnte schön sein


Amores Possíveis (2001)
R: Sandra Werneck

Angekündigt als sexy leichte Sommerkomödie entpuppt sich der brasilianische Film, der immerhin auf dem Sundance-Festival 2001, als bester lateinamerikanischer Film ausgezeichnet wurde, als seichte Liebesschmonzette in drei Variationen:
Carlos, ein reicher Anwalt langweilt sich mit seiner Angetrauten, als seine Jugendliebe Julia nach fünfzehn Jahren wieder in sein Leben tritt. Oder: Carlos hat seine Frau Julia und den gemeinsamen Sohn verlassen und lebt mit seiner neuen Liebe Pedro zusammen, entdeckt nun aber wieder Gefühle für Julia. Variante drei schließlich: Carlos liebt eigentlich nur seine Mama, bis er die flippige Julia trifft, vermittelt durch eine seltsame Rendevouz-Anbahnungs-Agentur. Verwirrung entsteht zumindest in der ersten halben Stunde, weiß man als Zuschauer nicht, dass die dreifach gleiche Rollenbesetzung des Carlos mit Murilo Benicio und der Julia (Carolina Ferraz) ein clever gemeinter Regietrick sein soll. Zumal Pedro auch gleich zwei Mal auftaucht. So rätselt man, ob Pedro nicht nur schwul, sondern auch Anwaltskollege von Carlos ist oder ob Carlos vielleicht einen Zwillingsbruder hat, der eigentlich schwul ist, trotzdem aber eine Affäre mit einer Künstlerin hat und wartet darauf, dass seine Mutter alles raus bekommt. Oder alles nur ein Traum? Leider dann doch viel profaner. Das Staunen über die multiplen Persönlichkeiten, die Regisseurin Sandra Werneck auf die Leinwand lässt, wird noch verstärkt durch peinliche Dialoge, die so verkrampft an den Haaren herbeigezogen worden, dass man sich eher in einer brasilianischen Telenovela wähnt, als in einem abendfüllenden Spielfilm. Zumal Kamerafahrten und Musikauswahl ebenfalls stark an Soap denken lassen. Das könnte Charme haben und Spaß machen. Tut es aber nicht. Dann lieber gleich das Original und da bei uns nicht empfangbar als Ersatz „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ kucken!