03 Januar, 2003

19



19 (2000)
R: Kazushi Watanabe

Es gibt sie noch, die Unterscheidung in Filme für Jungs und welche für Mädchen. „19“ ist einer für Kerls. Im Dunkel des Kinosaales hört man sie flüstern: „cooles Shirt“ und „das sind die Sneakers von denen ich dir erzählt habe, die mit der limitierten Auflage“. Die Story finden sie „geil“. Kann man durchaus: Usami, ein junger Student, Sorte niedlich und scheu, wird von einer Halbstarken-Gang, die anscheinend sonst nix mit ihrem Tag anzufangen weiß, entführt. Die drei nehmen ihn mit auf ihrer ziellosen Fahrt durch den Tag, zum Shoppen, in die Spielhalle, zum Autos-Knacken und Am-Strand-Rumhängen. Das ist es eigentlich – fast! Die Willkür des Stärkeren, die Kazushi Watanabe fast beiläufig inszeniert – er gibt übrigens auch den durchgeknallten Anführer der Bande - steht im verstörenden Kontrast zur Werbe-Ästhetik der Bilder, die teils grobkörnig und hip-ausgebleicht zum Ausschneiden schön sind. „It´s better to burn out than fade away“, steht auf einem der Shirt-Rücken geschrieben – dieser Film ist ein langer, doch sehenswerter „fade“.