23 Februar, 2003

Der Alte Affe Angst



Der alte Affe Angst (2003)
R: Oskar Roehler

Robert, ein egozentrischer Theaterregisseur und Marie, Kinderkrankenschwester, haben seit einem halben Jahr keinen Sex. Robert begehrt Marie einfach nicht mehr und lebt seine heimlichen Phantasien im Puff aus. Obwohl die beiden sich immer noch lieben, treibt ihre Beziehung in den Abgrund einer entgrenzten Verzweiflung, die man seinem ärgsten Feind nicht wünscht. Schreiorgien wechseln sich ab mit Szenen versöhnlicher Kindlichkeit. Verstärkt wird der Strudel der Dramatik außerdem durch Roberts sterbenden Erzeuger (Vadim Glowna), einer autobiographischen Figur, die der Regisseur seinem Vater nachempfunden hat. Dann liegt noch ein Kind auf der Krebsstation im Sterben, dessen Mutter HIV-positiv ist. Nicht viel Hoffnung in Sicht also und vielleicht hätte Oskar Roehler nicht soviel Elend gebraucht, um sein Plädoyer für die ganz große Liebe, das mit André Hennicke und Marie Bäumer perfekt besetzt ist, zu erzählen. Doch versteht der Kopf auch teilweise die verschlungenen Pfade der Geschichte nicht, will der Bauch einfach an die wahre Liebe glauben. Visuell ist der Film auf jeden Fall ein Erlebnis: Mit gut durchdachten Einstellungen und einem gelungenen Set Design, sowie ästhetisch kalten Bildern von Berlin, nimmt er uns mit in die „Hölle Großstadt“, in der wir einem Paar auf ihrer Suche nach sich selbst zusehen dürfen.

mehr über Oskar Roehler

Oskar Roehler

„Ich wollte einfach nur die Liebe hochhalten“


Mitten in Berlin, gleich neben der Gedächtniskirche saß Oskar Roehler (44) in einem kahlen Konferenzzimmer, um bei Plätzchen und Milchkaffee über seinen neuen Film Der alte Affe Angst zu reden. Und weil der Regisseur eine sehr radikale Liebesgeschichte erzählt, die sich immer am Rand der exstatischen Verzweiflung bewegt, ist dies ein Gespräch geworden, welches sich hauptsächlich um die verschiedene Facetten der Liebe drehte. Und natürlich auch um den Film.

Wie ist das für Sie, wenn Sie mit wildfremden Leuten in einem dunklen Kinosaal sitzen und denen Ihren neuen Film zeigen?

Ich mache ja Filme, weil es mir wichtig ist, dass die Leute sich die Mühe machen, sich in eine Straßenbahn zu setzen, Karten zu kaufen und dann in den Film zu gehen. Das ist etwas ganz anderes, als abends per Fernbedienung die Klotze anzuschalten. Im Vorfeld mache ich mir auch keine Gedanken, ob ich etwas von mir preisgebe. Ich finde es dann immer etwas komisch, wenn mich Leute ganz ernsthaft fragen, ob meine Filme etwas mit Therapie zu tun haben.

Sie haben auf der „Berlinale“ selber gesagt, Ihre Therapie habe gerade erst begonnen.

Habe ich das? (lacht) Nun, dass wäre eine verdammt kostspielige Angelegenheit, wenn du dich für 4,5 Millionen eben mal ein bisschen therapierst. Aber Der Alte Affe Angst ist natürlich ein sehr persönlicher Film, mit dem sich vor allem meine Generation identifizieren kann. Viele Männer haben mir gesagt, dass sie sich hundertprozentig in die Situation hineinversetzen können, in der Robert und Marie gerade stecken und es gab Frauen, die mir erzählten, sie könnten sich absolut mit Marie identifizieren.

Sie machen es dem Zuschauer aber nicht gerade leicht Ihre Charaktere zu mögen, weder den egomanischen Robert, noch Marie, den perfekten Gutmenschen.

Ich denke, dass Rollenbild hat sich in den letzten Jahren gewandelt und so sehen Leute in den Zwanzigern den Film vielleicht anders. Ich glaube zwar durchaus, dass auch jüngere Paare nicht leichtfertig mit der Liebe umgehen, habe aber leider keinen richtigen Zugriff auf deren Gedankenwelt. Ich sehe Marie nicht als verklemmten, blöden, guten Menschen, nur weil sie Robert nicht ständig kritisiert und verändern will. Sie liebt ihren Mann einfach und hat einiges mitzumachen. Und Robert versucht ja auch mit allen Mitteln gegen seine Dämonen zu kämpfen. Er liebt sie, nur hat er das Problem mit dem Sex.

Aber er will doch vor allem eine Frau, die er auf einen Sockel stellen kann. Es dreht sich alles um seine Bedürfnisse. Ist dauerhafte Liebe nur dann möglich, wenn einer sich für den anderen aufgibt?

Ich sehe die Sexualität, der Männer ausgeliefert sind, als ein vorübergehendes Phänomen. Du unterliegst vielen Versuchungen, aber letztlich ist es keine elementare Sache. Ich habe schon das Gefühl, dass Männer extrem schwanzgesteuert sind. Sie wollen einfach nur ihre Triebe befriedigen. Frauen sind wesentlich geduldiger. Denen sind Freundschaft und Liebe wichtiger und sie denken, dass das mit dem Sex schon wieder funktionieren wird, wenn sie sich nur geschickt genug anstellen.

Aber ist das nicht auch das unlösbare Dilemma Ihres Films?

Ich erzähle die Geschichte dieser sehr komplexen Zweierbeziehung ja in einem bestimmten Zeitabschnitt, in denen die beiden es extrem schwierig haben. Aber der andere wird ja nicht zerstört, beleidigt, erniedrigt. Robert sagt ihr ja deshalb nicht, dass er zu Prostituierten geht, weil er sie behüten will und nicht weil er Angst vor ihrer Reaktion hat. Das ist sicher ein Fehler, den er macht. Robert ist süchtig nach körperlichen Sensationen, die schnell und krass sind. Die Besuche bei Prostituierten sind da für viele Männer eine ganz saubere Sache. Schmutzig wird es erst, wenn du eine Affäre anfängst und jemanden psychisch involvierst.

Aber das geht Frauen doch genauso. Es ist immer einfacher, jemanden nur physisch zu betrügen und auf der anderen Seite, ist es auch weniger schmerzhaft nur sexuell betrogen zu werden.

Eben, ein sexueller Betrug würde mich gar nicht interessieren. Ich merke auch, dass ich früher einem Gefühl, welches ich auch heute noch kenne, eine viel größere Bedeutung beigemessen habe. Ich dachte immer, jetzt bist du verliebt. Heute mag ich die Leute einfach, die mir für einen kurzen Augenblick dieses Gefühl schenken. Meiner Frau gegenüber würde ich deshalb auch kein Sterbenswort davon erwähnen. Wenn du dich lange kennst, kannst du sowieso nur darüber lachen. Ich finde diese gewisse Abgeklärtheit sehr wichtig und natürlich spielt Respekt eine große Rolle. Ich will jemanden einfach immer wieder toll finden können, weil er mich überrascht und mich immer wieder kriegt in meiner kleinen Erbärmlichkeit und es trotzdem schon so lange mit mir aushält. Ich spreche von Emanzipation im wirklichen Sinne des Wortes, nicht von dieser eingebildeten Form, wo man nur Forderungen stellt. Außerdem hat sich meine Angst etwas zu verpassen komplett verlagert. Sie hat nichts mehr mit Sex zu tun, sondern geht eher in die Richtung, dass ich mir überlege, ob es möglich ist, noch was ganz anderes zu machen, noch einen anderen Aspekt des Lebens und der Welt zu entdecken.

Wollen Sie weg aus Berlin?

Ich bin bisher kein besonders sozialer Mensch gewesen und habe mich nie besonders um Leute gekümmert, die beispielsweise krank waren. Ich habe auch nicht viel von der Welt gesehen, weil ich immer das Gefühl hatte, Filme machen zu müssen und mich dafür mit der hiesigen Kultur auseinanderzusetzen. Das hat sich im Moment für mich verbraucht und ich würde gerne für zwei Jahre eine Auszeit nehmen. Ich kenne Leute, die sich sozial engagieren und Stiftungen ins Leben gerufen haben. Das interessiert mich im Moment sehr.

Sie haben gesagt, sie hätten im Vorfeld der Dreharbeiten sehr viel von Michel Houellebecq gelesen. Teilen Sie seine Überzeugung, dass durch die Praxis der künstlichen Befruchtung endlich Frieden zwischen den Geschlechtern einziehen könnte?

Das ist für mich eine absolut romantische Vorstellung, die etwas schwulstig Pathetisches hat. Aber ich denke schon, dass es gewisse Mechanismen in der Liebe gibt. Zeiten in denen du verliebt bist und dich austobst, folgen irgendwann Zeiten, in denen andere Dinge wichtiger sind. Meine Großmutter hat mir mal erzählt, dass sie froh war, dass endlich Ruhe war, als mein Großvater aus dem Krieg heimkam. Sie hat ihm damals gesagt, hör zu, wir haben vier Kinder gezeugt, ich will nicht mehr mit dir schlafen und auch wenn wir noch vierzig Jahre vor uns haben, lass mich zufrieden damit. Ich habe zehn Jahre bei den beiden verbracht und hatte immer das Gefühl, dass sie in einer unheimlich friedlichen Eintracht zusammenleben.

Also doch eine im weitesten Sinne houellebecq´sche Lösung?

Wahrscheinlich! (lacht) Aber Sex ist ja auch eine unheimlich aufrührerische Sache zwischen den Geschlechtern, was ja auch wiederum toll ist. Leider bin ich kein Psychiater, sonst hätte ich mich in dieser Hinsicht schon selber gesund therapiert!
Ich fand eine Stelle in Elementarteilchen unheimlich interessant, wenn man über Beziehungen nachdenkt. Da geht dieses Paar in einen Swingerclub. Dabei sind solche Clubs ja fürchterlich spießig. Ich war mit meiner Frau auch mal in zwei von diesen Dingern, weil wir Lust hatten, uns das mal anzukucken. Und da standen wir dann, total angewiedert und sind nach einer Viertelstunde wieder gegangen, weil da überhaupt nichts in irgendeiner Form gegangen wäre. Aber das sind solche Sachen, über die, glaube ich, alle mal nachdenken – wie soll man zusammenleben, soll man zusammen alt werden, welchen Preis muss man dafür zahlen?

Welche Rolle spielt eigentlich die Vater-Sohn-Beziehung in diesem Film?

Auch über diese Geschichte definiert sich die Liebe meiner Hauptfiguren. Wenn jemand stirbt – und das ist mir auch tatsächlich mit meinem Vater passiert – dann entsteht mit dem Anderen, wenn er das in irgendeiner Form teilt, eine ganz enge Bindung. Er bringt dich zur Türe, während du an einen Ort fahren musst, wo gerade einer der wichtigsten Menschen in deinem Leben im Sterben liegt. In der Situation bist du auf den Anderen total angewiesen und merkst, ob er dir die Treue hält oder nicht. Ab einem bestimmten Alter, hast du einfach immer mit dem Problem zu kämpfen, dass deine Eltern sterben könnten.

Eine dieser Grundängste?

Der alte Affe Angst ist für mich eigentlich eine Metapher für alle Urängste, als ständiger Begleiter der Menschheit. Je differenzierter du denkst, desto facettenreicher werden die Gründe, an denen du diese Angst festmachst: alt zu werden, zu sterben, jemanden zu verlieren, nicht genug zu sein. Ich habe das Gefühl, dass unsere Gesellschaft hauptsächlich von Ängsten gesteuert wird, dass wir im Prinzip ständig mit Dingen konfrontiert werden, die uns Angst einjagen.

In Ihren Filmen spielt die Visualität eine entscheidende Rolle. Denken Sie, wenn Sie eine Geschichte schreiben, auch schon in Bildern?

Wenn ich an etwas denke, dann sind es eher Orte, die einen gewissen Zauber für mich haben, weil dort etwas Bestimmtes passiert ist. Aber prinzipiell entstehen die Geschichten ganz unterschiedlich. Bei der Unberührbaren war sie ganz tief in mir versenkt und am Ende hatte ich das Gefühl, ich möchte diese Frau auf eine Reise durch ihre Vergangenheit schicken. Ich hatte ein Bild von einer Frau mit einer großen Perücke vor Augen, die auf der Erde, die nur so groß wie ein Fußballfeld ist, durch Schnee und Eis und die Jahreszeiten läuft. Alter Affe Angst ist aktueller und hat deshalb vielleicht auch nicht so eine Tiefe, sondern eher etwas von einem gegenwärtigen Kampf. Mir war der rührende Aspekt wichtig, dass sich zwei Menschen lieben wollen, dafür aber akzeptieren müssen, dass sie in ihrer Liebe Kinder bleiben werden und nie die Liebe von Erwachsenen leben können.

Trotz der sehr emotionalen Themen, die Sie aufgreifen und der starken visuellen Umsetzung hat man immer das Gefühl, Sie schalten einen Filter zwischen Film und Publikum. Man wird nie richtig emotional in die Handlung hineingezogen.

Ich habe von vielen Leuten gehört, dass sie zu diesem Film direkten Zugang gefunden haben und sogar heulen mussten. Aber es ist sicher so, dass ich in meinen Filmen nicht wirklich eine leise Spannung aufbaue, um zu dramatischen Höhepunkten zu gelangen. Bei mir ist alles eher gerafft und die relativ dramatischen Szenen häufen sich. Ich lerne aber besser damit umzugehen, damit man öfters mal den Eindruck von Realität vermittelt bekommt. Mir fällt das unheimlich schwer, denn ich kann dem Normalen oft keine interessanten Seiten abgewinnen. Und an dieser besagten Häufung von Drama scheiden sich natürlich die Geister, das ist klar.

mehr über Der Alte Affe Angst

21 Februar, 2003

The Hours



The Hours (2002)
R: Stephen Daldry

„Mrs. Dalloway sagte, sie wolle die Blumen selber kaufen“, schreibt Virginia Woolfe (Nicole Kidman) 1923 in Sussex, einem kleinen Vorort von London, als ersten Satz ihres neuen Buches. Zur gleichen Zeit geht Mrs. Dalloway (Meryl Streep) im New York der Gegenwart in einen Blumenladen, um dort Arrangements für eine Party zu bestellen, die sie zu Ehren ihres an Aids sterbenden Freundes Richard geben will, der einen Schriftstellerpreis für sein Lebenswerk verliehen bekommt. Während sie noch versonnen an einem Strauß Rosen riecht, liest in einer biederen Einfamilienhausgegend im Los Angeles der 50er Jahre, die Hausfrau Laura Brown (Julianne Moore) gerade „Mrs. Dalloway”. Verknüpft werden die drei Frauenschicksale durch den bitteren Faden der Depression und einer Müdigkeit am Leben, der sie auf verschiedenen Wegen zu entrinnen suchen. Stephen Daldry ist mit diesem Film ein wunderschön melancholisches Meisterwerk gelungen, welches vor allem durch die drei Hauptdarstellerinnen – sie erhielten für ihre Performance gemeinsam den „Goldenen Bären“ in Berlin – und der großartigen Filmmusik von Phillip Glass zu einer sehr sehenswerten Odysee durch drei Frauengenerationen wird. Einfach ein Film für alle, die auch manchmal das Gefühl haben, „es sei sehr sehr gefährlich, auch nur einen Tag zu leben“.

Confessions of a Dangerous Mind



Confessions of a Dangerous Mind (2002)
R: George Clooney

Es gibt schon in der Schule Klassenunterschiede zwischen Männern: die die Frauen kriegen und welche, die immer nur den anderen beim Knutschen zukucken dürfen. Chuck Barris (Sam Rockwell) gehört zu Kategorie zwei. Doch was tun, um trotzdem die eine oder andere Frau zum Beischlaf zu überreden, wenn einem das nötige Gewinnerpotential fehlt? Barris beschließt Fernsehproduzent zu werden und beschert der Welt die „Dating Show“, die „Gong Show“ und andere Grundsäulen der amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Penny (Drew Barrymore), die ihn kennenlernt, als er gerade schlechten Sex mit ihrer Mitbewohnerin hinter sich gebracht hat, hätte ihn auch als Mr. Niemand genommen und das erste Mal in seinem Leben gibt es so etwas wie Hoffnung auf eine ganz normale Liebe. Doch dann eröffnet ihm CIA Agent Jim Byrd (George Clooney), dass er genau in das Profil des amerikanischen Geheimdienstes passt – er sei der geborene Killer. George Clooney inszeniert in seinem Regiedebüt das Doppelleben der TV-Legende Barris als unterhaltsamen Balanceakt zwischen Drama und Komödie, welcher an einigen Stellen allerdings etwas zu sehr in Klischees abrutscht. So wähnt man die gezeigte Kneipe im „romantischen West-Berlin“ eher in Oberbayern und die heiße Liebeszene zwischen Barris und der geheimnisvollen Agentin (Julia Roberts) hat den Charme einer pubertären Jünglingsphantasie. Aber eigentlich passt dies ja auch wieder, denn Männer wie Chuck Barris haben jede Menge davon nachzuholen.

Hero



Hero (2002)
R: Yimou Zhang

China ist gegen Ende der „Epoche der kämpfenden Staaten“ (481-221 v.Chr.) in sieben Königreiche zerfallen. Der Herrscher über die nördliche Provinz Qin will die sieben Teile zu einer mächtigen Dynastie unter seiner Führung einigen. Aber er hat erbitterte Gegner, die diesen Vorherrschaftsanspruch durch ein Attentat vereiteln wollen: Broken Sword, Flying Snow und Sky. Auf sie hat der König ein Kopfgeld ausgesetzt. Eines Tages steht ein Namenloser vor seinen Toren, um ihm die Schwerter der drei Gesuchten zu überbringen.
Der Altmeister des chinesischen Kinos Zhang Yimou wollte „einen poetischen Film über Kong Fu“ inszenieren, in dem er „die geistige Ebene des Schwertkampfes“ zeigen möchte. Als Kind habe er viele Bücher über das Thema gelesen und es hätte ihn immer beeindruckt, dass die Helden den Gegner eigentlich mit ihrem Herzen und ihrem Geist besiegten und nicht mit dem Schwert. Die Bilder und Symbole, die Yimou für seine lyrische Version eines Kong-Fu-Filmes verwendet, sind von einer erhabenen Ästhetik, die an pompöse Operninszenierungen erinnern und von Tan Duns Filmmusik getragen werden. Die natürliche Kulisse bilden berühmte chinesische Landschaften. Unterteilt in unterschiedliche Farbskalen, erzählt der Regisseur eine Geschichte über „Passion, Liebe, Wahrheit und Erinnerung“, gleichzeitig aber auch die Wandlung eines totalitären Herrschers, der am Ende zum Helden wird, weil er erkennt, dass er sich um sein Volk kümmern muss, um es zu einen. In China gab es eine Debatte um die Darstellung des Königs, aber auch das westliche Publikum fragt sich, ob Yimou mit seiner Auflösung der Geschichte nicht eine tyrannische Diktatur mystifiziert. Der Regisseur gab zu Protokoll, er habe kein politisches Statement abgeben wollen, Kong-Fu habe jedoch den Frieden zum Anliegen. In heutigen Zeiten ist das wohl Statement genug.