09 April, 2004

Carolina



Carolina (2003)
R: Marleen Gorri

Mit der Schönheit jener Blondinen gewappnet, die sich normalerweise in Nickihausanzügen auf Schöner-Wohnen-Couchgarnituren ins Bild rücken, kommt Carolina (Julia Stiles) eigentlich ganz gut durchs Leben. Mehr hat Regisseurin Marleen Gorris mit diesem Film wohl nicht sagen wollen, denn ihre Charaktere sind nicht mehr als die Abziehbilder ihrer selbst: Carolina arbeitet als Hostess einer schrecklichen Dating-Show und hat eine männliche Freundin – Albert (Alessandro Nivola) – die sich mit romantischen Schundromanen den Lebensunterhalt verdient. Aber sie hat keinen richtigen Mann. Und das ist das Problem, welches uns den ganzen Film beschäftigen soll. Grandma Mirabeau (Shirley MacLaine), die mit ihrer poltrigen Wo-sind-die-Klaviere-Lebensphilosophie den ach so chaotischen Familienladen schmeiβt, gibt Carolina deshalb auch ständig richtig Pfeffer, schlieβlich werden „die Titten ja nicht ewig stehen“.
Am Rande kommen noch die Schwangerschaftsproblematik von Carolinas labiler Schwester Georgia (Azura Skye) zur Sprache, die Pferdebesessenheit der jüngeren und etwas neurotischen Schwester Maine (Mika Boorem) und die Alkoholabhängigkeit des gemeinsamen Erzeugers (Randy Quaid). Natürlich taucht irgendwann doch der vermeintliche Mister Right (Edward Atterton) in vorher erwähnter Dating-Show auf, welcher Carolina auf Händen trägt, was bei Freund Albert ein Überdenken seiner brüderlichen Gefühle auslöst und am Ende genau dahin führt, wo wir es nicht anders erwartet hätten: zu einem zusammengezimmerten Happy-End.
Zugegeben, es mag Tage geben, an denen man im Nickihausanzug mit mindestens drei Freundinnen vor der Glotze hängt und Lust auf vorhersehbare Liebesgeschichten mit einem Hauch Drama hat. Dafür kann man sich dann ruhig mal „Carolina“ aus der Videotheke um der Ecke holen und sich eine Träne der Rührung abringen.