08 Juli, 2004

Italienische Hochzeit



Italienische Hochzeit (2004)
R: Jan Sardi
D: Giovanni Ribisi, Adam Garcia u.a.

Die Kulisse in der Jan Sardi sein Regiedebüt inszeniert hat, will obwohl eigentlich in Australien angesiedelt, italienischer sein als alle romantisch verbröckelten toskanischen Kleinstädte zusammen. Die Opis sind pathetischer, der Espresso wohlschmeckender und die Liebe schnulziger. Genauso ohne Brüche die Geschichte: Gino (Adam Garcia) und Angelo (Giovanni Ribis) sind ungleiche Brüder, der eine ein schöner Schürzenheld, der andere eher gramvoller Denker, was vor allem daher rührt, dass keine Frau sein Liebeswerben erhört. Die Tradition will aber, dass erst der ältere Angelo unter die Haube kommen muss, bevor Gino die blondgefärbte Concetta heiraten könnte. Als der kleine Bruder nach vielen Enttäuschungen das Bild von Rosetta aus der alten Heimat in der Hand hält, entschließt er sich zu einem Schritt mit Folgen: er schickt mit dem Heiratsantrag nicht sein Foto, sondern das Bild Ginos. Rosetta besteigt ein Schiff. Es beginnt ein Schwulst aus weidwunden Blicken und leinwandfüllenden Küssen, die einen aber seltsam unberührt lassen, mutet doch selbst die vorgeführte echte Liebe, verdächtig nach Pappmaché an.