09 Januar, 2005

Eine große Liebe

Mathilde


Eine große Liebe (Frankreich 2004)
R: Jean-Pierre Jeunet
D: Audrey Tautou, Caspar Ulliel u.a.

Jean-Pierre Jeunet hat Audrey Tautou ihre Rolle in seinem diesmal sehr traurigen aber doch märchenhaften Film wieder einmal auf den Leib geschrieben. Mathilde ist wie einst Amélie Poulain eine scheue aber energische Außenseiterin, die an die große, unsterbliche Liebe und das Schicksal glaubt. Auch diesmal muss sie erst unzählige kleine Puzzelteile zusammensetzen um den Mann ihres Herzens (wieder)- zu begegnen. Manech (Caspar Ulliel), ein verträumter, zarter Bursche hatte wie vier andere Leidensgenossen die Grausamkeiten des 1. Weltkrieges seelisch nicht verkraftet und sich selbst verstümmelt um nicht mehr gegen den Feind ziehen zu müssen. Das Kriegsgericht hatte ihn dafür zum Tode verurteilt. Zusammen mit den vier Kameraden wurde er über den Schützengraben zwischen die feindlichen Fronten geworfen. Alle, außer Mathilde, sind sich sicher, dass keiner der fünf überlebt hat.
Jeunet erzählt mit gewohnt starken, farbintensiven Bildern und gespickt mit vielen Anekdoten eine spannende Detektivgeschichte, ein Antikriegsmärchen und eine romantische Liebesgeschichte zugleich. Zwar verwirrrt er den Zuschauer manchmal erzähltechnisch ein wenig mit den fünf nebeneinanderstehenden Schicksalen der verurteilten Soldaten, trotzdem zieht die Handlung in den Bann.
In der Schauspielerriege lassen sich neben Tautou auch andere bekannte Gesichter aus früheren Jeunet-Filmen wiederfinden, was den Eindruck des Zuschauers verstärkt, sich ganz in der bekannten Welt des französischen Regisseurs einrichten zu können – Fans seines unverkennbaren Stils werden ihn dafür lieben, wer auf eine Überraschung gehofft hatte, wird enttäuscht werden.