11 November, 2005

Terkel in Trouble


Terkel in Trouble (Dänemark 2004)
R:Stefan Fjeldmark, Kresten Vestbjerg Andersen, Thorbjørn Christoffersen

Der erfolgreichste dänische Familienfilm aller Zeiten, ausgezeichnet mit dem Oskar des gemütlichen, nordischen Landes, genannt Robert, sorgte vor allem wegen seiner politischen Inkorrektheit, einer niveaulosen Sprache, und seinem fehlenden Bildungsanspruch für Furore.
In Dänemark aber hat bitterböser Realismus für Kinder Tradition. Kultcomedian Anders Matthesen, der geistige Vater Terkels, schrieb einst dessen Erlebnisse im Schulalltag für eine, auch von Eltern, gern gehörte Radiosendung auf. Ein begeisterter Hörer, Stefan Fjeldmark, erschuf nun die Trickfilmfiguren zu den Charakteren, die weder kindlich niedlich noch liebenswert sind, doch politisch inkorrekt hin oder her, dänische Stereotype mit viel Humor auf die Schippe nehmen und gesellschaftliche Realitäten gekonnt überspitzen. So gibt es eben auch im dänischen Sozialstaat Ecken, in denen Kinder wie Jason, Terkels bester Freund, wohnen. Der geht nicht ohne seine Eisenstange vor die Türe, weil man ja nie wisse, wozu man die mal gebrauchen könne. Auch werden durchaus Kinder auf Schulhöfen gemobbt und es fließt Blut, nicht nur in Horrorfilmen. Terkels Mutter ist eine kettenrauchende Hypochonderin, der Vater ein notorischer Nein-Sager, sein Onkel Stewart, ein Seemann und gewalttätiger Trunkenbold. Dieser bringt Terkel in größte Schwierigkeiten, weil er den beiden Dummköpfen Sten und Saki die Leviten etwas zu ausführlich liest. Gunnar, der schwule Klassenlehrer und Allesversteher empfiehlt Terkel die beiden zur Rede zu stellen.
Dies passiert dann in einem der vielen Songs – in der deutschen Fassung von Bela B. interpretiert - die den Rhythmus des Filmes entscheidend mitgestalten. Ende vom Lied ist Terkels blutende Nase. Mit seinen ironischen Details und fast brutalen Wendungen bleibt der Überlebenskampf eines geborenen Verlierers bis zum Ende schockierend, aber vielleicht eher für die Eltern als für die Kinder – die gehen schließlich heutzutage zur Schule.