11 Februar, 2005

Invisible

Illegal in Europa


Invisible (Deutschland 2004)
R: Andreas Voigt

Illegales Leben – eine Vorstellung mag man davon haben, vielleicht eine Ahnung, was es bedeutet, seinem Ziel bis auf 25 Kilometer nahe gekommen zu sein, es aber dann unmöglich erreichen zu können. Begreifen wohl nie ganz.
Es sei denn man bindet zwei Plastikkanister aneinander und versucht das Mittelmeer zu überqueren, wie Oumar aus Guinea-Bissau, der in einem Flüchltlingscamp der spanischen Enklave Ceuta in Nordafrika auf die nächste Gelegenheit wartet, auf den Kontinent seiner Träume zu gelangen: Europa.
Der Filmemacher Andreas Voigt hat versucht ein möglichst vielschichtiges Bild von fünf unsichtbaren Leben mitten unter uns zu zeichnen: er bekleidet Malika und ihre Familie bei ihrem Start in ein neues Leben. Sie kommen ursprünglich aus Tschetschenien und versuchen nach ihrer schwierigen Flucht nach Polen dort eine Imbissstube aufzubauen. Auch die transsexuelle Edita schlägt sich von Woche zu Woche in Paris durch - eigentlich von Freier zu Freier, an unendliche Liebe hat sie aufgehört zu glauben. Price wartet derweil in einem holländischen Gefängnis auf seine Abschiebung nach Nigeria und irgendwo in Dresden versteckt sich Zakari vor den deutschen Behörden. Er war vor zehn Jahren aus der algerischen Armee dissertiert und hofft entweder doch noch auf eine Aufenthaltserlaubnis oder einen Regierungswechsel in der Heimat.
Bewegend gemeinte Momente gibt es viele unter Voigts Beobachtungen, jedoch bleiben diese seltsam ohne Tiefe. Die Kamera verweilt leider nie lange genug oder im falschen Moment, um die Menschen davor wirklich als Menschen und nicht nur als Flüchtlingsschicksale wahrzunehmen. Dies liegt vor allem daran, dass eigentlich jede einzelne Lebensgeschichte einen ganzen Film wert gewesen wäre und die sprunghaften Ortswechsel den Zuschauer daran hindern, sich auf die unterschiedlichen Stimmungen und Schwingungen der Protagonisten gänzlich einlassen zu können.